Glühwürmchen gehören zu den Lebewesen, die ein eigenes aktives Leuchten produzieren können. Dieses Leuchten wird in der Fachsprache Biolumineszenz genannt. Es entsteht durch Stoffwechsel-Reaktionen im Körper anstelle von Wärme. Neben den Glühwürmchen können auch Pilze, Bakterien, Tiefseeorganismen oder andere Insekten ein solches Leuchten erzeugen.In der Schweiz sind vier verschiedene Glühwürmchenarten heimisch. Das Grosse Glühwürmchen (Lampyris noctiluca) ist die häufigste und am weitesten verbreitete Art. In warmen Mittsommernächten leuchten die Weibchen des Grossen Glühwürmchens, um ein Männchen für die Paarung anzulocken. Auch die Larven leuchten, aber nicht so stark.Winterthur war lange ein dunkler Fleck in der Glühwürmchenlandschaft. Während in den 1950er‑Jahren Glühwürmchen beispielsweise in Wülflingen vorkamen, sind aus jüngerer Zeit nur wenige Beobachtungen bekannt. Das Projekt «Glühwürmchen in Winterthur» wollte dies ändern. Im Sommer 2026 haben wir zahlreiche Glühwürmchen-Sichtungen gesammelt und damit wichtige neue Hinweise zur Verbreitung gewonnen. © Michael Landert Leuchtendes Weibchen des Grossen Glühwürmchens © Lisa Wirthner / stadtwildtiere.ch Das grosse Glühwürmchen braucht dunkle Verhältnisse, damit die leuchtenden Weibchen für die Männchen sichtbar sind. Gibt es sie noch, die Glühwürmchen in Winterthur? Diese Frage wollte das Projekt «Glühwürmchen in Winterthur» beantworten. Bereits wenige Tage nach Projektstart Mitte Juni stand fest: Ja, es gibt sie noch, die Glühwürmchen von Winterthur! Über die ganze Beobachtungszeit kamen viel mehr Beobachtungen zusammen, als wir je erwartet hätten. Herzlichen Dank allen Melder:innen für den grossartigen Einsatz beim nächtlichen Suchen und Eintragen der Beobachtungen auf StadtWildTiere Winterthur.Mit den zahlreichen StadtWildTiere-Meldungen konnte die Datengrundlage zu den Vorkommen des Grossen Glüh-würmchens (Lampyris noctiluca) in und um Winterthur deutlich verbessert werden. Insbesondere die Nachweise mit Foto können vom StadtWildTiere-Team nun überprüft und für weitere wissenschaftliche Arbeiten ausgewertet werden.Daneben zeigt die Auswertung der Feldtagebücher der freiwilligen Beobachter:innen auf, wo genau hingeschaut und nichts gefunden wurde. Diese Information ist für die Planung von Schutz- und Fördermassnahmen in der Stadt Winterthur ebenso wichtig wie die tatsächlichen Vorkommen.Besonders erfreulich ist der Nachweis von Glühwürmchen am erst 2021 ausgedolten und revitalisierten Niederfeldbach in Wülflingen. Da nur die Männchen fliegen können, brauchen Glühwürmchen lange, um einen neu geschaffenen Lebensraum zu besiedeln. Der neue Uferbereich am Niederfeldbach wurde offenbar zumindest von einzelnen Männchen bereits entdeckt. Es wäre spannend, in den kommenden Jahren weiter zu beobachten, ob sich hier eine grössere Population ansiedeln kann.Wer die Karte unten genauer betrachtet, stellt fest, dass es in verschiedenen Gebieten zahlreiche Glühwürmchen-Funde gibt: bei der Chöpfi, im Dättnau, in Hegi, auf Hoh Wülflingen, im Schlosstal (Westseite), im Totentäli und im Tössertobel (in alphabetischer Reihenfolge). Daneben gibt es Orte, an denen wir sie nicht erwartet hätten, beispielsweise am Iberg-Südhang. Gleichzeitig gäbe es wertvolle Glühwürmchen-Lebensräume, in denen keine Tiere nachgewiesen werden konnten. Beispiele hierfür sind verschiedene Waldränder rund um Seen oder der Friedhof Rosenberg. Damit solche Gebiete neu besiedelt werden können, braucht es eine geeignete Vernetzung mit bestehenden Populationen. Podcast: Eine Stadt sucht Glühwürmchen In dieser Folge von Traces of Light geht es hinaus in eine warme Sommernacht in Winterthur – auf die Suche nach kleinen Lichtern, die viele von uns seit ihrer Kindheit kaum mehr gesehen haben: Glühwürmchen.Elsbeth Horbaty spricht mit Alex Borer, der das Projekt für die Stadt Winterthur leitet. Ausserdem erzählen Cristina und Bernard von ihren Erfahrungen als Freiwillige: Was bewegt Menschen dazu, an einem Sommerabend durch Quartiere, Wiesen und Waldränder zu streifen und nach einem kleinen leuchtenden Käfer Ausschau zu halten? Und was entdecken sie dabei – über die Natur, über ihre Umgebung und vielleicht auch über sich selbst? Zum Podcast Melden Sie Ihre Glühwürmchen-Beobachtungen Bild Melden Sie uns durch einen Klick auf das Bild Ihre Beobachtungen von Glühwürmchen! Die Darstellung des Beobachtungsorts erfolgt mit Google Maps.Das ist aber nur möglich, wenn Sie Ihre Zustimmung zur Datenschutzerklärung geben.Klicken Sie dazu im blauen Balken unten auf "ich stimme zu" und aktualisieren Sie dann den Browser. Träger der Aktion "Glühwürmchen in Winterthur"